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Samstag, 07.08.2010:
Bordell wirbt an Kirche für seine Dienste
Wulfen. Eine Werbetafel für ein Bordell an der B 58 direkt an der Hauptzufahrt der St. Matthäus-Kirche hat am Donnerstag die CDU auf die Barrikaden getrieben. Noch am Freitag soll die Fläche „neutralisiert“ werden, versicherte die Firma Plakatunion.

Eine Werbetafel für ein Bordell an der B 58 direkt an der Hauptzufahrt der St. Matthäus-Kirche hat am Donnerstag die CDU auf die Barrikaden getrieben. Der Aufsteller reagierte noch am Nachmittag auf die Kritik: Noch am Freitag werde die Fläche „neutralisiert“, versicherte Detlef Giebeler von der Firma Plakatunion.de gegenüber der WAZ. Eine solche Reklame ausgerechnet in unmittelbarer Nähe einer Kirche aufzustellen, zeige „ein Feingefühl wie ein Vorschlaghammer“, sagte Ratsherr Tobias Stockhoff. „Unbegreiflich taktlos“, nennt Wulfens CDU-Chef Hans-Peter Jungblut die Rotlicht-Reklame vor dem Gotteshaus.
Werbung für das gleiche Unternehmen war erst vor kurzem an der Einfahrt nach Barkenberg aufgehängt und nach Protesten von Bürgern wieder entfernt worden. Am Dienstag wurde sie auf der beleuchteten Plakatwand an der Ecke B 58 / Burgring als Dauerwerbung montiert und sollte bis Jahresende hängen bleiben. Detlef Giebeler von der kritisierten Firma Plakatunion.de (Hagen) sagte der WAZ, der örtliche Zusammenhang mit der Kirche sei nicht bekannt gewesen: „Wir bewirtschaften bundesweit 33 000 Werbeträger.“ Das Unternehmen vermittelte Standorte. In diesem Fall kam die Anfrage von einer Werbeagentur. An einem zunächst ins Auge gefassten Wulfener Standort hatte der Eigentümer die Bordell-Reklame aber abgelehnt.
Zu prüfen, ob der Standort angemessen sei, sei eigentlich Sache der Werbeagentur gewesen. Die Plakatunion sei bestrebt, im Einklang mit Behörden zu agieren. Giebeler: „Wir werden jetzt beschimpft und können am wenigsten dafür.“
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