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Montag, 21.02.2011:
Erneut Frau im „No Limit“ in Hannover vergewaltigt
Der Notruf ging am Sonnabend um 9.30 Uhr bei der Polizei ein. Eine 24-jährige Frau hatte ihn abgesetzt. Per Handy gab sie an, soeben in den Räumlichkeiten des Pornokinos „No Limit“ am Steintor in Hannover vergewaltigt worden zu sein.
Als die Beamten das Etablissement in der Reuterstraße betraten, bot sich ihnen ein bizarres Bild: Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des Kinos, das gleichzeitig auch ein Swingerklub ist, hielten zwei Männer fest, die sich lautstark anschrien. Dazwischen stand das mutmaßliche Opfer.
Sie sei mit ihrem Begleiter, den sie in der Nacht kennengelernt hatte, in eines der Separees im Keller des Kinos gegangen. An die Uhrzeit könne sie sich nicht mehr erinnern. In dem Zimmer hatten die beiden einvernehmlich Geschlechtsverkehr. Anschließend schlief das Paar an Ort und Stelle ein. Die Tür des Raumes, der mit einem Riegel von innen verschlossen werden kann, ließen sie offen. Die junge Frau wurde nach eigenen Angaben erst dann wieder wach, als sie merkte, dass ein ihr unbekannter Mann sich an ihr verging. Kurze Zeit später kam auch der Begleiter der 24-Jährigen zu sich. Sofort schrie er den mutmaßlichen Vergewaltiger an und ging mit den Fäusten auf ihn los. Von dem Lärm wurden Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des Kinos auf die Situation aufmerksam. Sie rannten in den Keller und trennten die Männer bis zum Eintreffen der Polizei. Die Beamten nahmen den offensichtlich angetrunkenen 22-jährigen Verdächtigen fest. Es soll sich bei ihm um einen Brasilianer ohne festen Wohnsitz handeln. Am Sonntag schickte ein Richter den mutmaßlichen Täter in Untersuchungshaft.
Der Vorfall vom Wochenende facht die Diskussionen um das Etablissement, das regelmäßig zu Gruppensex- und Partnertausch-Partys lädt, erneut an. Bereits im Dezember war das „No Limit“ in die Schlagzeilen geraten. Damals hatte sich eine 28-Jährige den Ermittlern offenbart, die angab, in dem Kino von vier verschiedenen Männen vergewaltigt worden zu sein. Sie wurde mit schweren Verletzungen in eine Klinik gebracht. Nach Angaben der 28-Jährigen hatte sie den Abend mit fünf Freundinnen in dem benachbarten „Slide-Club“ gefeiert. Durch Zufall will sie durch eine offenstehende Verbindungstür auf der Rückseite der Disko in das angrenzende Pornokino gelangt sein. Die Ermittlungen der Polizei zu diesem Fall dauern noch an. Der Betreiber des „No Limit“ verschärfte eigenen Angaben zufolge nach dem Übergriff die Sicherheitsvorkehrungen. „Die Verbindungstür zum ‚Slide-Club’ ist zugemauert, die Hauptgänge werden von Kameras überwacht, die Sicherheitsleute haben Anweisungen, stark alkoholisierten Personen strikt den Zutritt zum Kino zu verweigern“, erklärte Geschäftsführer Frank B. Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen werde es nach dem Vorfall vom Wochenende nicht geben. „Wir könnten höchstens noch Videokameras in den einzelnen Kabinen aufstellen, aber das ist rechtlich nicht möglich“, sagte der Kinobetreiber.
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