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Sonntag, 27.06.2010:

Ketschendorf: Bordell genehmigt

Coburg - Die Wohnungsprostitution im Stadtteil Ketschendorf ist jetzt von der Stadtverwaltung genehmigt worden. Ein ehemaliges Sonnenstudio in der Ketschendorfer Straße unweit des Klinikum darf nun zur Wohnungsprostitution genutzt werden. In den letzten Wochen wurden die Schaufenster im Erdgeschoss, wo das Sonnenstudio untergebracht war, entfernt und wieder normale Fenster eingebaut.

Wie das zuständigen Bauordnungsamt mitteilte, gibt es keinerlei Gründe, dem Antrag auf sogenannte Wohnungsprostitution nicht zu entsprechen. Wohnungsprostitution liegt vor, wenn Räume primär zu Wohnzwecken, daneben aber auch für Prostitution genutzt werden.

Der falsche Ort

Anwohner und Bürger protestieren: Ihrer Meinung nach ist es einfach der falsche Ort für ein solches Etablissement. Davor liegt ein stark frequentierter Fußgängerweg zwischen dem Klinikum und einem Einkaufsmarkt. Dort würden vor allem Kinder vorbeikommen, argumentieren die Gegner des geplanten Bordells. Nur wenige hundert Meter entfernt befinden sich eine Grundschule und eine Jugendherberge, so Herbert Weinert Vorsitzender des Ketschendorfer Bürgervereins.

Weinert hat bereits einen Protestbrief an die Stadt geschrieben. Doch die hat vermutlich wenig in der Hand gegen die Pläne. Zum einen handelt es sich bei der Ketschendorfer Straße um kein reines Wohngebiet, sondern um ein sogenanntes Mischgebiet. Dort können neben Wohnungen auch Gewerbebetriebe einziehen. Ein "bordellartiger Betrieb" ist zwar verboten, nicht aber Wohnungsprostitution. Herbert Weinert fürchtet allerdings, dass die Bestimmungen ausgehöhlt werden könnten und nicht nur eine Dame, sondern wechselnde und mehrere ihre Dienste anbieten könnten. "Wir haben nichts gegen eine solche Einrichtung", sagt Herbert Weinert. Aber nach Meinung des Bürgervereins passt es einfach nicht in die Gegend. Man werde die Entwicklung aufmerksam beobachten.



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