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Sonntag, 27.06.2010:
„Lex Nova“ verbietet Erotikclub
BRUCK / Bürgermeister untersagt Prostitution in der Lagerstraße und damit Umbau der Nova in geplanten Saunaclub. Nova-Besitzer Legel hat Anwälte eingeschaltet.
Dass die Gemeinde mit den Plänen für einen Umbau der Diskothek Nova in einen Saunaclub keine Freude hat, wurde schon bei der Behandlung im Gemeinderat deutlich.
Zum einen wurde das Thema damals im nicht öffentlichen Teil besprochen, zum anderen sprachen sich dabei nur die Grünen für die Zustimmung zu einem solchen Projekt aus. Der breiten Ablehnung von SPÖ und ÖVP hielt Nova-Eigentümer Michael Legel damals allerdings entgegen, dass er die Disco in ihrer derzeitigen Form nicht weiterführen könne. Die wirtschaftliche Lage zwinge ihn zum Handeln. Die Pläne für den „Club Monsoon“ würden also weiterverfolgt.
Bürgermeister Richard Hemmer nahm dies so allerdings nicht hin und erließ nun eine Verordnung, die den Betrieb eines derartigen Etablissements in der „Nova“ untersagt. Die Verordnung bezieht sich nämlich konkret und ausschließlich auf die Lagerstraße.
Der Stadtchef begründet diesen Schritt mit dem Schutz der Jugend. Schließlich befindet sich die Disco am Weg vom Bahnhof in die Stadt und damit am Schulweg. „Es macht keinen Sinn, eine solche Verordnung für ganz Bruck zu erlassen, anderorts wäre ein derartiger Club ja vielleicht tolerierbar“, so Hemmer. Legel habe außerdem konkret angekündigt, dass in dem Club Prostitution betrieben werden würde. „Die Verordnung ist die konsequente Fortsetzung von dem, was der Gemeinderat dazu gesagt hat. Ich sehe mich als Bürgermeister hier zum Handeln gezwungen“, betont Hemmer.
Michael Legel hat inzwischen die Angelegenheit an die Rechtsanwälte übergeben und zeigt sich vom Vorgehen der Stadtführung „enttäuscht. Wenn er mir das im Jänner schon gesagt hätte, hätte ich mich ja gar nicht darauf eingelassen. Dann hätte ich auch keine Pläne zeichnen lassen müssen. Das kostet ja alles Geld“, so Legel. Damals hätte man ihn hingehalten, weil noch die Wahl vor der Tür stand. Legel tut es mittlerweile leid, dass er mit so offenen Karten gespielt habe. „Genau das fällt mir jetzt auf den Kopf. Ich finde es unfair, so eine Verordnung nur für die Lagerstraße zu erlassen. Ich wurde hinterlistig hintergangen.“ Am 3. Juli hat die Nova jedenfalls zum letzten Mal geöffnet. Wie es dann weitergeht, steht noch nicht fest. Zu Gesprächen sei er bereit, aber: „Ich habe vor einer Woche beim Bürgermeister um einen Termin angesucht, aber nicht einmal eine Antwort erhalten“, so Legel.
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