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Donnerstag, 19.05.2011:
Mord an Ex-Rotlicht-Größe aufgeklärt
Einen Monat nach dem gewaltsamen Tod eines früheren Bordellbetreibers hat ein 20-Jähriger die Tat gestanden
Chemnitz. Ein 20-jähriger Chemnitzer soll den einstigen Chemnitzer Bordellbetreiber Matthias B. ermordet haben. Der junge Mann wurde am Dienstag festgenommen und hat ein voll umfängliches Geständnis abgelegt, teilten Staatsanwaltschaft, Polizei und Landeskriminalamt am Mittwoch mit. "Die Ermittlungsrichterin des Amtsgerichtes Chemnitz hat Haftbefehl wegen Heimtückemordes erlassen", sagte Oberstaatsanwalt Bernd Vogel. Der Mann sei in die Justizvollzugsanstalt Zwickau eingeliefert worden.
Der 50-jährige Ex-Zuhälter, vor Jahren eine der führenden Figuren in der Chemnitzer Rotlicht-Szene, war am 13. April tot in seiner Wohnung an der Uhlandstraße auf dem Sonnenberg aufgefunden worden. Augenscheinlich hatte man ihn in der Nacht zuvor mit einem am Tatort zurückgelassenen Baseball-Schläger erschlagen.
Genau dies soll der jetzt Festgenommene bestätigt haben. Als Tatmotiv gab er laut Staatsanwaltschaft tief greifende persönliche Zerwürfnisse mit dem Opfer an. Matthias B., der für seine Vorliebe für junge Männer bekannt war, wollte demnach den 20-Jährigen gegen dessen Willen "zu einer Intensivierung der Beziehung" drängen. Zuletzt massiv, in dem er unter anderem mit seinen Kontakten ins kriminelle Milieu drohte. Diesem Druck habe er nicht weiter standhalten können, soll der 20-Jährige nun geäußert haben. Schließlich habe er sich entschlossen, Matthias B. umzubringen.
Der im Bühnen-, Messe- und Ladenbau tätige Chemnitzer ist den Ermittlern zufolge bislang nur geringfügig strafrechtlich in Erscheinung getreten. Nach Informationen der "Freien Presse" hatte sich der Verdacht gegen ihn unter anderem wegen widersprüchlicher Angaben zu Geschehnissen in der Tatnacht erhärtet. In den vergangenen Wochen war eine Reihe von Personen aus dem Umfeld von Matthias B. vernommen worden. Kriminalisten nahmen DNA-Proben und überprüften Telefonverbindungen. Die Untersuchungen zu dem Fall sind noch nicht abgeschlossen.
Matthias B., der einst ein bordellähnliches Etablissement an der Frankenberger Straße betrieb, hatte sich in den vergangenen Jahren aus dem Geschäft mehr und mehr zurückgezogen. Gleichwohl verfügte er weiterhin über gute Kontakte ins Milieu. Für Schlagzeilen sorgte er zuletzt im vergangenen Jahr als Fürsprecher einer tschechischen Prostituierten. Die 27-Jährige beschuldigte einen hiesigen Arzt, Liebeslohn schuldig geblieben zu sein. Matthias B. sandte daraufhin kompromittierende Briefe an dessen Praxis, Ärztekammer und Staatsanwaltschaft. Gegen die Frau wurde wegen Erpressungsverdachts ermittelt.
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Mord-an-Ex-Rotlicht-Groesze-aufgeklaert-artikel7661365.php
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