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Freitag, 16.07.2010:

Plauener Rotlichtszene kommt in Bewegung

Gegenwärtig schaffen in der Stadt 60 bis 80 Frauen an - Interessent für Erotik-Bar am Stadtrand

In Plauen könnte es bald noch heißer werden: Zurzeit wird offiziellen Angaben zufolge in zwei Erotik-Bars und in ungefähr 30 Wohnungen angeschafft. Möglicherweise kommt in Kürze ein weiteres Etablissement für das älteste Gewerbe der Welt hinzu.

Ein Mehrfamilienhaus in der Nähe der dichtbefahrenen Dresdner Straße. Ein Spiele-Center befindet sich in der Nähe und ein Autohaus. Die A 72 ist nicht allzu weit weg. Das Mehrfamilienhaus liegt strategisch günstig. Bald könnte es Verkehr auch direkt in dem Gebäude geben. Interessenten wollen aus dem Haus eine Erotik-Bar machen: "Es gab eine entsprechende Anfrage in der Stadtverwaltung", bestätigt Margit Kleinhempel vom Ordnungsamt. "Der Interessent wollte wissen, ob ein derartiges Etablissement mit der Sperrbezirksverordnung der Stadt in Konflikt kommt." Offenbar nicht. Laut der Verordnung gehört in Plauen das gesamte Gebiet innerhalb des Stadtringes zum Sperrbezirk, in dem Prostitution verboten ist. Das Mehrfamilienhaus, um das es geht, befindet sich indes an einer Ausfallstraße.

Markt weitgehend reguliert

Damit könnte wieder Bewegung auf einen Markt kommen, der weit gehend im Schatten der Nacht agiert, in den vergangenen Jahren aber reguliert schien.

Gegenwärtig gibt es in Plauen mindestens zwei Erotik-Bars (Ludwig-Richter-Straße, Oelsnitzer Straße) und ungefähr 30 Wohnungen, in denen Frauen ihre Dienste anbieten. Ihre Zahl wird von der Stadtverwaltung auf 60 bis 80 geschätzt. "Aber es gibt auch eine Dunkelziffer", sagt Cathrin Schauer von der Hilfsorganisation Karo. Die meisten haben inzwischen eine Steuernummer. Insgesamt soll es in Deutschland ungefähr 300.000 Prostituierte geben.

Zwei Stadtinspektoren prüfen in Plauen regelmäßig, ob die Bordelle tatsächlich außerhalb des Sperrbezirkes liegen, zu dem auch Kirchen und Kindergärten und deren Umkreis von 200 Metern gehören. Ungefähr 100 Stichproben führen die Stadtinspekteure jedes Jahr durch. Wer sich nicht an das Verbot hält, das älteste Gewerbe der Welt an bestimmten Ort zu unterlassen, muss mit einer Geldbuße in Höhe von 500 Euro rechnen. "In Plauen gibt es in diesem Punkt keine Probleme", sagt Stadtinspektor Mario Pittroff.

Rotationsprinzip in Bordellen

Prostitution hat auch im Vogtland eine jahrhundertelange Tradition. Im Mittelalter gab es in der Stadt ein öffentliches Hurenhaus. Später aber, mit dem Einzug von Geschlechtskrankheiten, wurden die Frauen geächtet. Es hagelte Polizeiordnungen, "die gewerbliche Unzucht betreffend", wie es hieß. Heute ist mit Sicherheit vieles anders. Zum Beispiel, dass inzwischen nach Schätzungen 60 Prozent der Prostituierten in Plauen Ausländerinnen sind. Sie kommen aus Russland, Polen, Tschechien oder Bulgarien. Häufig arbeiten sie nach dem Rotationsprinzip: Sie sind nur eine Woche in Plauen und werden dann durch neue Prostituierte aus anderen Städten ersetzt. Bis sie irgendwann wieder aufkreuzen. Damit sich die Freier nicht über mangelnde Abwechslung beklagen müssen.

Aber Prostitution ist nach wie vor auch ein Thema für das Landeskriminalamt (LKA). Im vergangenen Jahr gab es in Sachsen 18 Fälle von Zuhälterei und Ausbeutung von Prostituierten.




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