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Mittwoch, 15.12.2010:

Prostitution mitten im Dorf

Bürger aus Wendhausen sind besorgt, doch Behörden können kaum etwas machen

Üblicherweise sind Gewerbeansiedlungen willkommen. Im Falle eines neuen Gewerbes in Wendhausen ist die Lage jedoch anders. Zahlreiche Bürger finden es keineswegs erfreulich, dass neuerdings Prostituierte in einem Haus mitten im Ort ihre Dienste anbieten. Zwei junge Frauen aus Litauen preisen ihren "Service" in einem Reihenhaus im Internet an.

Bürger machen sich sorgen um die Sicherheit einiger Schulkinder, denn deren Heimweg führt an dem Bordell vorbei.

Schon wurde der Ruf aus der Bevölkerung laut, diese Art der Dienstleistung in Wendhausen zu verbieten, doch das dürfte schwierig werden. Denn Prostitution ist, so lange die Frauen freiwillig ihrer Arbeit nachgehen, seit einigen Jahren legal.

"Es ist kein reines Wohngebiet, das dürfte die Sache nicht einfacher machen", sagte Wendhausens Ortsbürgermeister Burkhard Beese (CDU) auf Anfrage unserer Zeitung. Denn in einem Mischgebiet dürfe auch Gewerbe angesiedelt werden.

Das Bordell sei ordnungsgemäß als Gewerbe angemeldet, sagte Lehres Gemeindebürgermeister Klaus Westphal. Die Gemeinde lasse vom Landkreis prüfen, ob baurechtliche Vorgaben verletzt würden. Die Unterlagen seien Anfang der Woche eingegangen, bestätigte Kreis-Dezernent Wolfgang Herzog. Nun prüft das Bauordnungsamt. Herzog geht aber davon aus, dass nichts zu beanstanden sein wird.

"Das Gesundheitsamt ist nicht im Boot", ergänzte Herzog. Prostituierte müssten sich nicht mehr in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen. Möglich sei für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes nur eine anlassbezogene Untersuchung. Dafür müsste ein Gast das Amt auf gravierende hygienische Mängel hinweisen oder darauf, dass er sich in einem Etablissement mit einer Krankheit angesteckt hat.

Falls die öffentliche Sicherheit gefährdet sei, erklärte Herzog, seien die örtlichen Ordnungsbehörden gefragt: "Etwa, wenn durch den Besuch der Freier sehr viel mehr Straßenverkehr und Lärm entsteht, oder wenn Kinder und Heranwachsende gefährdet werden."



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