Die Attacke eines auf frischer Tat ertappten Schuh-Reifenstechers in der Nähe eines Swinger-Clubs in Unterspiesheim (Lkr. Schweinfurt) geht ganz offenbar auf Konkurrenzneid zurück. Dies bestätigte die Polizei auf Anfrage dieser Zeitung. Der Mann hat seine Taten in James Bond 007-Manier mit einem speziell präparierten Schuh mit Stahlspitze ausgeführt.
Die Ermittler der Polizeiinspektion Gerolzhofen hatten den 67-Jährigen bereits im Visier. Er soll aus dem „Rotlicht-Milieu“ stammen und selbst einen Swinger-Club im Landkreis Würzburg führen.
Die Betreiberin des Swinger-Clubs in Unterspiesheim bestätigt, dass der Mann aus dem Kollegenkreis kommt. Im Frühjahr 2010 sei er in ihrem Club aufgetaucht und von Gästen „geoutet“ worden. Mehr habe sie nicht mit ihm zu tun gehabt. Sie mutmaßt: „Offenbar gönnt mancher dem anderen nicht die Butter auf dem Brot.“ Denn wer habe schon nach einem netten Abend Lust darauf, Reifen zu wechseln oder sein Auto abschleppen zu lassen.“ So sollten ihre Gäste ganz gezielt abspenstig gemacht werden.
Wert legt die Frau darauf, dass ihr Club, den sie vor drei Jahren in den Räumen eröffnet hat, in denen früher bereits ein Swinger-Club existierte, nichts mit dem „Milieu“ zu tun habe, sondern rein auf Leute ausgerichtet ist, „die Spaß an der Freude haben“. Für die Seriosität ihres Etablissements spricht, dass der Betrieb bislang in keinster Weise polizeilich aufgefallen ist.
Die Polizei geht davon aus, dass der selbe Mann zuletzt in der Nacht zum 23. Januar vor dem Swinger-Club im Gewerbegebiet „Am Zubringer“ mit seinem Spezialschuh zugestochen hatte. Inwieweit noch weiter zurückliegende Sachbeschädigungen rund um die nahe der B 286-Abfahrt gelegenen Örtlichkeit auf das Konto des Tatverdächtigen gehen, bedarf noch einiger Nachermittlungen, so der über den Fahndungserfolg sichtlich erfreute Leiter der Gerolzhöfer Polizeiinspektion, Winfried Werner. Auch ein überregionaler Fall weise starke Parallelen auf.
Die Zivilstreife der Polizei hatte bei der erneuten, gezielten Observation des Swinger-Clubs am frühen Sonntagmorgen gegen 0.45 Uhr zugegriffen. Der 67-Jährige, der in Begleitung einer deutlich jüngeren Dame war, hatte im Vorbeilaufen immer wieder mit dem rechten Fuß gegen die Reifen von mindestens acht geparkten Autos getreten. Etliche Reifen waren platt oder beschädigt.
Bei der Kontrolle stellten die erstaunten Beamten fest, dass der Mann mit einem James Bond-artigen Schuh unterwegs war: Die Stahlkappe war an der Schuhspitze fachmännisch durchbohrt und in das Loch eine Gewindeschraube eingepasst worden. Auf der war eine Metall-Spitze aufgeschraubt. Zum Selbstschutz vor Verletzungen bei den kräftigen Tritten diente eine in die Stahlkappe eingebaute Federung.
Die Spitze des sichergestellten Schuhs hatte der Mann kurz vor seiner vorläufigen Festnahme abgeschraubt und weggeworfen. Sie wurde am Montag im Gebüsch eines Nachbargrundstücks gefunden.