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Freitag, 30.04.2010:

Streit im Sex-Club: Brutaler Bordell-Chef schlug Gast tot

NÜRNBERG/NEUMARKT Brutaler geht es nicht! Ein Nürnberger Bordell-Chef hat einen Gast mit bloßen Fäusten zu Tode geprügelt. Der Schläger im Rocker-Outfit steht seit Dienstag wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor dem Nürnberger Landgericht.

Als Beruf gibt Jörg H. (42) Kaufmann an. Das hört sich seriös an, ist aber nur eine sehr vage Beschreibung seiner eigentlichen Tätigkeit. Bis zu seiner Festnahme im März letzten Jahres war er Betreiber diverser bordellartiger Sauna-Clubs. Zimperlich, wie sein Vorstrafenregister zeigt, war er noch nie. Doch das, was er sich zuletzt leistete, stellte alles andere in den Schatten...

Gestern im Gerichtssaal drückte Jörg H. schwer auf die Tränendrüse. Ihm tue ja alles so leid, ließ er seinen Anwalt verkünden. Als er sich dann auch noch bei seiner eigenen Familie entschuldigte, flossen bei seiner im Zuhörerraum sitzenden Ehefrau die Tränen.

Der Täter fühlte sich provoziert, seine Faust wurde zur Waffe

Sie war es auch, die das Drama unbewusst ausgelöst hatte. Weil es Ärger mit ein paar Gästen ihres Etablissements in der Nürnberger Südstadt gab, rief sie ihren Mann zur Hilfe. Der Bordell-Boss kam – und geriet mit der Handvoll Männer sogleich in Streit. Als sich die Lage nach einer knappen Stunde wieder beruhigt hatte, waren sie alle plötzlich wieder Freunde – und fuhren nach Neumarkt in den albanischen Club „Montenegro“. Dort allerdings ging der Streit von vorne los.

Den Ermittlungen zufolge fühlte sich Jörg H. von einem Gast, der auch schon beim Streit in Nürnberg beteiligt war, provoziert. Er reagierte mit brutaler Gewalt: Mit einem gewaltigen Faustschlag ins Gesicht fegte er den Mann (39) vom Barhocker. Dann schlug er noch mindestens zwei Mal mit voller Wucht in das Gesicht des Opfers. Die Folgen beschrieb Staatsanwalt Lutz Schweiger so: „Der Geschädigte erlitt durch die Faustschläge ausgedehnte, schwerste Gesichts- und Schädelverletzungen. Eine Oberkieferspaltung und Sprengung der beiden Kieferhöhlen sowie beidseitige Augenhöhlen-, Jochbein- und Nasenbeintrümmerfrakturen.“ Das Opfer starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

Jörg H. erklärte vor Gericht, dass er sich wegen seines hohen Alkoholkonsums nicht mehr an die Einzelheiten erinnern kann. Auf keinen Fall habe er jedoch den Mann töten wollen.



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