<< Zurück zur News-Übersicht
Donnerstag, 15.04.2010:
Wardenburg: Heißer Kampf um Liebesmobile
Prostitution Zwei Wagen an Wardenburger Treffpunkt in Brand gesetzt
Die Bewohnerinnen reagieren gelassen. Von Streitigkeiten oder Konkurrenzkampf wollen sie nichts wissen.von Werner FademrechtWardenburg - Bis auf zwei große dunkle Flecken und verkohltes Plastik erinnert nichts mehr an die beiden Wohnmobile, die in unmittelbarer Nähe zur A 29 in Wardenburg (Kreis Oldenburg) auf einem Privatweg gestanden haben. Der von der Autobahn einsehbare Standort ist einschlägig bekannt: Prostituierte – hauptsächlich Osteuropäerinnen – bieten dort ihre Dienste an.
Zwei der elf Wagen sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch abgebrannt. Die Liebesmobile stehen dicht an dicht in einer Schlange. Das Feuer war im hintersten Wagen ausgebrochen. Bemerkt hatte eine Streife der Autobahnpolizei Ahlhorn um 23.15 Uhr die Flammen. Personen wurden vor Ort nicht gesehen. Die Polizei hat die Überreste beschlagnahmt, um zu untersuchen, ob Brandstiftung im Spiel ist. „Wir rechnen an diesem Donnerstag mit dem Ergebnis“, sagte Polizeisprecherin Kerstin Epp.
Die Prostituierten, die bereit sind, mit der
NWZ zu reden, wirken gelassen, keine Spur von Nervosität. „Streit untereinander? Nein, haben wir nicht“, sagt eine der Frauen. „Ich und meine Freundin arbeiten selbstständig. Die anderen Frauen kennen wir gar nicht richtig.“
Ein paar Meter weiter sitzt Maja (Name von der Redaktion geändert). Die 22-jährige Rumänin arbeitet nach eigenen Angaben seit zehn Monaten an der A 29. In der Vergangenheit habe es „schon mal Ärger gegeben“, gibt sie zu. „Beim Wagen nebenan sind vor wenigen Tagen die Scheiben eingeschlagen und die Reifen zerstochen worden.“ Auf die Frage, wer das gemacht hat, zuckt sie nur mit den Schultern. Die beiden ausgebrannten Wohnmobile sollen mindestens seit zwei Monaten leer gestanden haben, glaubt eine andere Liebesdienerin zu wissen.
Fest steht: Im Herbst 2009 hatte es in Wardenburg Ärger im ältesten Gewerbe der Menschheit gegeben. Frauen zeigten sich wegen angeblicher Körperverletzung an, in einem anonymen Schreiben wurde den „Wohnmobilmiezen“ vorgeworfen, ihr Einkommen nicht zu versteuern und sich damit gegenüber den Kolleginnen mit festem Wohnsitz einen Vorteil zu verschaffen.
„Zur Zeit ist die Lage bei uns allerdings ruhig“, bestätigt der Leiter der Polizeistation Wardenburg, Bernd Bruns. Die Gemeinde Wardenburg toleriert die Liebesmobile ganz bewusst: Man könne vor dem Thema nicht die Augen verschließen, meint Bürgermeisterin Martina Noske. „Das Ausgrenzen der Prostituierten, wie es in anderen Gemeinden im Landkreis praktiziert wird, ist keine Lösung.“
Sex im Hinterhof: Anwohner und Gastronomen klagen über ausufernde... [mehr]
Versmold/Gütersloh. Nachdem die Ermittlungen abgeschlossen sind, hat... [mehr]
Einige Jahre tat sich gar nichts, nun hat das "Imperial" in der... [mehr]
Eisenstadt - "Der Kollege hat den Dienst immer vollkommen korrekt und... [mehr]
Gericht schmettert Klage der Betreiber ab, nun ist der Laden dicht... [mehr]
Nürnberg - Vor zehn Jahren hat der Bundestag das Prostitutionsgesetz... [mehr]
Anscheinend stellt das Finanzamt einen Insolvenzantrag gegen das... [mehr]
Um ihren Lohn wurden am Neujahrstag zwei Prostituierte in Regensburg... [mehr]
In Hannover dem Gebiet der Hells Angels brennt ein Bordell soeben ab.... [mehr]
Geschäftspartner belastet Angeklagten ebenfalls schwer... [mehr]