<< Zurück zur News-Übersicht
Mittwoch, 21.07.2010:
Wirbel um Sex-Club in Bamberg
Anstößiges Werbeplakat im Großformat in Schulnähe
BAMBERG - Lange Zeit hatte in dem Flachbau eine Spedition mit dem sinnigen Namen Freudensprung ihren Sitz, dann folgte ein Fitness-Center. Jetzt werden dort Leibesübungen anderer Form praktiziert: Ein Edel-Bordell erregt in Bamberg die Gemüter.
Die Eröffnung ging ausgesprochen geräuschlos über die Bühne, doch dann rief ein großformatiges Werbeplakat schrille Misstöne hervor: Die Propaganda für käuflichen Sex am Baugerüst eines Wohnhauses wurde in Bamberg von vielen Menschen als Provokation empfunden.
»Zumutung für die Kinder«
Die Entrüstung wird verständlich, wenn man weiß, dass sich in der Nachbarschaft nicht nur die Otto-Kirche befindet, sondern schräg gegenüber auch eine Grundschule. »Ich will nicht den moralischen Zeigefinger heben«, sagt Pfarrer Heinrich Hohl, »aber was mutet man den Kindern eigentlich zu?«
Die anrüchige Sex-Botschaft hing nicht lange am Baugerüst, da schritt die Stadt ein und drohte mit einem Bußgeld. Nach Baurecht wie auch nach Denkmalschutzrecht sei das Plakat genehmigungspflichtig, hieß es. Die »aufdringliche Werbung für entgeltliche sexuelle Leistungen« müsse - jedenfalls in der Nähe einer Grundschule - als »grob anstößig« empfunden werden. Anfang der Woche demontierten Bauarbeiter das verruchte Plakat.
Sündenpfuhl nicht verteufelt
Der Aufreger ist weg, doch da ist ja noch das neue Bordell selbst - legale Prostitution im erzkatholischen Bamberg. Pfarrer Hohl will den Sündenpfuhl nicht grundsätzlich verteufeln. »Die Gesellschaft ist eben so, wie sie ist.« Dass die Behörden das Etablissement zugelassen haben, jetzt aber gegen das Werbeplakat zu Felde zogen, ist für den katholischen Geistlichen ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das sei »nicht gerade glücklich«.
Nicht gerade glücklich empfanden viele Bamberger, wie die Stadt im Frühjahr mit dem Antrag auf Umbau der Halle umgegangen war. Es hagelte heftige Kritik an der kommunalen Informationspolitik, weil man es im Rathaus nicht als nötig empfand, die Eingabe in einer öffentlichen Sitzung des Bausenats zu diskutieren. Offenbar wurde die Brisanz des Themas nicht erkannt, als sich die Ausschussmitglieder mit Vorberatungen begnügten und das Projekt ohne Aufsehen durchwinkten.
Vowürfe gegen Geheimhaltung
Dass sich das horizontale Gewerbe vom normalen Gewerbe unterscheidet, musste die Stadt aber schnell erkennen. Die Vorgänge bei der klammheimlichen Billigung des »Tempels der Lust« im Gewerbegebiet zwischen Friedhof und Schlachthof lösten entrüstete Reaktionen aus. Die Geheimhaltung sei ein Verstoß gegen die Bayerische Gemeindeordnung, lautet ein Vorwurf.
»Wir konnten den Sex-Club nicht verbieten«, rechtfertigt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar die Entscheidung, das sensible Thema aus einer öffentlichen Beratung herauszuhalten. Wichtiger erschienen in der Welterbestadt andere Dinge, beispielsweise »dass dort kein Straßenstrich entstehen darf«.
Voyeurzimmer angepriesen
Gleichmütig läuft derweil der Betrieb in der 1500 Quadratmeter großen Vergnügungsstätte »FKK Germania«, deren Umbau eine Millionen Euro gekostet haben soll. Angeblich ist das nach eigenen Angaben »Erotik-Etablissement erster Güte«, wo »bis zu 20 erlesene Modelle ihre Dienste anbieten«, Frankens größter Sex-Club. Das Luxus-Bordell lockt mit »Königszelt« und »Voyeurzimmer«, aber auch mit »barrierefreien Räumlichkeiten« und »diskreten Parkplätzen im Innenhof«.
Viele sehen das Angebot gewerblicher Lustbarkeiten im konservativ geprägten Bamberg pragmatisch. Ein CSU-Stadtrat wird mit den Worten zitiert: »Besser so ein Haus hier als in der Innenstadt.«
Sex im Hinterhof: Anwohner und Gastronomen klagen über ausufernde... [mehr]
Versmold/Gütersloh. Nachdem die Ermittlungen abgeschlossen sind, hat... [mehr]
Einige Jahre tat sich gar nichts, nun hat das "Imperial" in der... [mehr]
Eisenstadt - "Der Kollege hat den Dienst immer vollkommen korrekt und... [mehr]
Gericht schmettert Klage der Betreiber ab, nun ist der Laden dicht... [mehr]
Nürnberg - Vor zehn Jahren hat der Bundestag das Prostitutionsgesetz... [mehr]
Anscheinend stellt das Finanzamt einen Insolvenzantrag gegen das... [mehr]
Um ihren Lohn wurden am Neujahrstag zwei Prostituierte in Regensburg... [mehr]
In Hannover dem Gebiet der Hells Angels brennt ein Bordell soeben ab.... [mehr]
Geschäftspartner belastet Angeklagten ebenfalls schwer... [mehr]