<< Zurück zur News-Übersicht
Samstag, 29.01.2011:
Wirt bestach Polizisten: Eine Hand schmiert die andere
Nürnberg - Ein Barbetreiber bestach jahrelang einen Nürnberger Polizisten, gab ihm Gratisgetränke und bezahlte Bordellbesuche. Nun muss der Mann eineinhalb Jahre Haftstrafe verbüßen und steht vor dem Ruin: Seine Frau hat sich scheiden lassen, seine Bars sind geschlossen.
Nach dem Motto „Eine Hand wäscht die andere“, wie er formuliert, beschenkte der Angeklagte, ein türkischer Barbetreiber, jahrelang bayerische Beamte. Im Allgäu verteilte er an Mitarbeiter des Landratsamtes Gebäck und Oktoberfest-Gutscheine und ließ sich im Gegenzug Aufenthaltstitel für Nachtclub-Tänzerinnen ausstellen.
Der dortige Sachgebietsleiter des Amtes wurde suspendiert, der Wirt (55) bekam im Oktober 2010 vom Landgericht Kempten die Quittung: Wegen Vorteilsnahme und Bestechung wurde er zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Im November 2010 brummte ihm das Landgericht Augsburg wegen betrügerischen Bankrotts ein weiteres Jahr Haft auf. Und vor dem Amtsgericht Nürnberg gesteht der wegen Steuerhinterziehung und Betrug vorbestrafte Mann nun, dass er auch jahrelang die Vorliebe eines verheirateten Polizisten (35) für sexuelle Dienste ausnutzte.
Die beiden lernten sich im Mai 2005 kennen, der Wirt hatte sein Strip-Lokal in der Luitpoldstraße neu eröffnet und parkte sein Auto in der Fußgängerzone. Der Ordnungshüter beanstandete dies und bemühte sich am Abend, „im Rahmen der Ermittlungen“, wie er vor Gericht behauptet, in das Lokal. Dort ließ er sich mit einem Ausweis für besonders wichtige Gäste beschenken. Künftig sollte er dort freien Eintritt und Gratis-Getränke genießen. Komisch sei ihm dies nicht vorgekommen, schließlich, so der Polizist auf Nachfrage, würde „in derartigen Läden das Geld anders verdient“.
Saftige Geldstrafe für Polizisten
Doch auch zu Strip-Shows im Séparée und zu Bordell-Besuchen im Wert von 3000 Euro ließ er sich einladen. Er revanchierte sich mit Informationen aus dem Polizei-Computer. Denn der Wirt hatte Ärger mit seiner Einbürgerung und ließ recherchieren, ob gegen ihn etwas vorliege. Auch ließ er prüfen, ob „Silvana“, „Bonnie“ und „Thomas“, die sich bei ihm um eine Anstellung bewarben, aktenkundig waren.
Das Strafgesetz sieht für Bestechlichkeit eine höhere Strafe vor als für Bestechung: Der Polizist war also im Vergleich härter zu bestrafen, jedoch brachte er keine Vorstrafen mit. Er erhielt ohne öffentliche Verhandlung, per Strafbefehl also, ein Jahr Haftstrafe auf Bewährung und muss rund 40000 Euro (720 Tagessätze) zahlen.
Doch das Verfahren gegen den Wirt forderte auch die Aussage des Beamten: Zwar bat er im Vorfeld Richterin Sabine Pilartz, sie möge für seine Aussage die Öffentlichkeit ausschließen, doch diese winkte ab. Nun huschte er im dicken Anorak mit Pelzmütze in den Zeugenstand, von Freundschaft zu dem Wirt will er nicht sprechen.
Gegen ihn läuft ein Disziplinarverfahren, er soll aus dem Dienst entfernt werden, teilt Polizeisprecherin Elke Schönwald mit. Und auch der Wirt steht vor dem Ruin: Seine Frau hat sich von ihm scheiden lassen, seine Bars sind geschlossen.
Sex im Hinterhof: Anwohner und Gastronomen klagen über ausufernde... [mehr]
Versmold/Gütersloh. Nachdem die Ermittlungen abgeschlossen sind, hat... [mehr]
Einige Jahre tat sich gar nichts, nun hat das "Imperial" in der... [mehr]
Eisenstadt - "Der Kollege hat den Dienst immer vollkommen korrekt und... [mehr]
Gericht schmettert Klage der Betreiber ab, nun ist der Laden dicht... [mehr]
Nürnberg - Vor zehn Jahren hat der Bundestag das Prostitutionsgesetz... [mehr]
Anscheinend stellt das Finanzamt einen Insolvenzantrag gegen das... [mehr]
Um ihren Lohn wurden am Neujahrstag zwei Prostituierte in Regensburg... [mehr]
In Hannover dem Gebiet der Hells Angels brennt ein Bordell soeben ab.... [mehr]
Geschäftspartner belastet Angeklagten ebenfalls schwer... [mehr]