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Dienstag, 19.04.2011:

Zuhälter-Prozess: Hure kaufte Angeklagtem einen teuren Sportwagen

Seine "Freundinnen" erwirtschafteten für ihn eigenen Angaben zufolge in nur wenigen Monaten ein kleines Vermögen als Prostituierte – und glaubten an eine gemeinsame Zukunft. Alle diese Einnahmen aus dem horizontalen Gewerbe soll der Angeklagte einkassiert haben. Sie sind nun verschwunden. Doch wo befindet sich das Geld jetzt?




Unter anderem um diese Frage ging es am 5. Verhandlungstag im Prozess wegen Menschenhandels, Zuhälterei, Körperverletzung und Nötigung, der seit Anfang März vor der 9. großen Strafkammer des Landgerichts stattfindet. Angeklagt ist ein 40 Jahre alter Braunschweiger, der mehrere junge Frauen zur Prostitution gezwungen und die Einnahmen für sich behalten haben soll. Mitangeklagt sind eine 29 Jahre alte Freundin und ein 49 Jahre alter Bekannter.

Eine Zeugin (29), die heute vorwiegend in Süddeutschland als Prostituierte arbeitet, sagte aus, sie habe seit einiger Zeit eine "Beziehung" zu dem Angeklagten, mit dem sie auch seit ca. zwei Jahren ein gemeinsames Konto habe. Die Einnahmen aus ihrer Arbeit seien darauf jedoch nicht geflossen. Sie habe stets auf eigene Rechnung gearbeitet, versicherte die 29-Jährige und dem Angeklagten nur ab und an "Geschenke" zukommen lassen, unter anderem einen mehrere Zehntausend Euro teuren Sportwagen.

Im Gegensatz zu dieser Darstellung sagte anschließend eine weitere Zeugin (27) aus, sie sei von dem Angeklagten zur Prostitution gezwungen und tagelang eingesperrt worden. Er habe sie geschlagen und ihr gedroht, sie zu töten, wenn sie nicht tue, was er will und ferner eine Abstandszahlung von 10 000 Euro gefordert für den Fall, dass sie aussteigen wolle. Das habe sie abgelehnt und später den Angeklagten bei der Polizei angezeigt.

Der Prozess wird am 26. April fortgesetzt.



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